NÖ Open powered by EVN: Perfekter Österreicher-Tag in Tulln
Auf den mit Auftaktniederlagen von Sandro Kopp und Sebastian Sorger eher verpatzten Montag folgte ein für Österreich perfekter Dienstag bei den NÖ Open powered by EVN (6. bis 13. September): Filip Misolic feierte bei seinem ersten Turnierauftritt auf heimischem Boden nach seiner langen Verletzungspause einen souveränen Zweisatz-Erfolg. Für die zweite rot-weiß-rote Erfolgsmeldung bei der sechsten Auflage in der Gartenstadt Tulln sorgte Wildcard-Starter Nico Hipfl, der mit einer starken Leistung seinen ersten Sieg im Hauptbewerb eines ATP-Challengers verbuchte. Lukas Neumayer, Finalist von 2024, legte kurz darauf nach und komplettierte mit seinem Einzug ins Achtelfinale den rundum gelungenen Österreicher-Tag.
Wenige Tage nach seinem Comeback bei den US Open in New York durfte Filip Misolic auch in Österreich wieder über einen Sieg jubeln. Der 25-jährige Steirer (ATP 537), der durch seine Zwangspause eine Wildcard für den Hauptbewerb benötigt hatte, setzte sich gegen den an Nummer sieben gesetzten Deutschen Henri Squire (ATP 215) mit 6:4, 6:0 durch und zeigte dabei vor allem mit Fortdauer der Partie eine starke Vorstellung. Dabei verlief der Start zunächst durchaus wechselhaft. Misolic musste früh zwei Breakbälle abwehren, nahm seinem Gegner anschließend selbst den Aufschlag zum 2:1 ab, kassierte den Ausgleich zum 3:3 und schaffte wenig später erneut das Break. Nach einer von Nervosität geprägten Anfangsphase fand der Grazer aber zunehmend seinen Rhythmus und brachte den ersten Durchgang mit 6:4 ins Trockene. Im zweiten Satz übernahm Misolic endgültig das Kommando, agierte konstant und druckvoll und ließ Squire kein einziges Game mehr.
„Es fühlt sich unglaublich an. Die Freude ist sehr groß, dass ich wieder auf dem Platz bin. Mehr kann ich mir eigentlich nicht wünschen. Und dann gleich mit einem Sieg zu starten, ist etwas Besonderes“, freute sich Misolic über das gelungene Heim-Comeback. Dass das Ergebnis am Ende deutlich ausfiel, täuschte für ihn ein wenig über den schwierigen Beginn hinweg. „Vom Ergebnis her schaut es wahrscheinlich leichter aus als es sich für mich am Platz angefühlt hat. Ich war schon sehr nervös, vor allem am Anfang. Umso glücklicher bin ich, dass ich wieder die Chance habe, hier zu spielen.“ Misolic bekommt es nun in der Runde der letzten 16 am Donnerstag mit dem Schweizer Qualifikanten Mika Brunold (ATP 410) zu tun.
Premiere für Hipfl
Für das zweite erfreuliche österreichische Ergebnis des Tages sorgte Hipfl. Der mit einer Freikarte ausgestattete Oberösterreicher (ATP 825) ließ dem Tschechen Hynek Barton (ATP 270) beim 6:3, 6:3 wenig Entfaltungsmöglichkeiten und feierte damit einen besonderen Meilenstein: Erstmals in seiner Karriere gewann Hipfl ein Match im Hauptbewerb eines ATP-Challengers. Von Beginn an präsentierte sich der Youngster selbstbewusst und bestätigte damit seine gute Form der vergangenen Wochen. Auch die besondere Atmosphäre bei seinem Heimauftritt wusste der 20-Jährige für sich zu nützen und durfte sich nach dem verwandelten Matchball über großen Jubel in Tulln freuen.
„Ich bin sehr froh und auch dankbar für die Wildcard. Ich glaube, dass ich mich in der letzten Zeit ziemlich gut entwickelt und gute Wochen gehabt habe. Dementsprechend bin ich mit viel Selbstvertrauen in diese Woche gegangen“, erklärte Hipfl nach seinem Premierensieg. „Zu Hause zu spielen, ist natürlich immer etwas Besonderes. Ich fühle mich momentan sehr gut und habe zuletzt einen großen Schritt gemacht.“ Mit dem erfolgreichen Auftakt ist für den Wildcard-Starter in Tulln noch lange nicht Schluss. Bereits mit Blick auf die nächste Aufgabe zeigte sich Hipfl, der den Mittwoch um 11:30 Uhr gegen den achtgereihten Argentinier Alex Barrena (ATP 235) eröffnet, angriffslustig: „Natürlich habe ich nicht damit gerechnet, dass es heute so gut funktioniert. Aber ich bin ready für morgen.“
Neumayer komplettiert perfekten Österreicher-Tag
Für den aus rot-weiß-roter Perspektive perfekten Dienstag sorgte schließlich Neumayer. Der dreifache Staatsmeister (ATP 191) setzte sich gegen den russischen Qualifikanten Svyatoslav Gulin (ATP 592) souverän mit 6:4, 6:2 durch und zog damit als dritter Österreicher an diesem Tag ins Achtelfinale ein. „Ich bin zufrieden, dass ich in zwei Sätzen gewonnen habe, aber meine Leistung war nicht so gut. Die letzten Tage habe ich im Training wirklich sehr gut gespielt und dadurch vielleicht auch etwas zu hohe Erwartungen an mich selbst gehabt“, bilanzierte der Salzburger, der nächste Woche für das KURIER Austria Davis Cup Team im Länderspielkracher gegen Belgien am 18./19. September im WAC in Wien nominiert ist.
Vor allem mit seiner Vorhand und der Quote beim ersten Aufschlag haderte Neumayer: „Im Training ist der Arm oft ein bisschen lockerer. Diese Leichtigkeit muss ich jetzt auch im Match wiederfinden. Manchmal können dafür schon zwei Games reichen, aber man muss es sich erarbeiten.“ Am Donnerstag wartet der Argentinier Juan Manuel La Serna (ATP 289), der sich zum Auftakt mit 6:4, 3:6, 6:3 gegen den Rumänen Filip Cristian Jianu (ATP 269) durchsetzte. Neumayer weiß, was ihn erwartet: „Er ist ein solider Spieler, der wenig Fehler macht. Ich muss schauen, dass ich meine Leistung im Vergleich zu heute steigern kann. Dann freue ich mich auf das Match.“
Hipfl und Doppel Misolic/Neumayer am Mittwoch zu sehen
Damit stehen nach dem Dienstag gleich drei Österreicher im Achtelfinale der NÖ Open powered by EVN. Ein Besuch in der Gartenstadt Tulln zahlt sich daher also umso mehr aus. Hipfl macht im Kampf um den Einzug ins Viertelfinale den Anfang, wie erwähnt am Mittwoch um 11:30 Uhr gegen den Südamerikaner Barrena. Misolic und Neumayer sind im Einzelbewerb zwar erst donnerstags wieder an der Reihe, treten am Mittwoch aber gemeinsam im Doppel an, und zwar in der dritten Partie nach 11:30 Uhr, ebenfalls auf dem Center Court, gegen die drittgesetzten Niederländer Jarno Jans und Niels Visker. Der ORF überträgt von 11:20 Uhr bis 13:42 Uhr live auf ORF 1 sowie von 13:35 Uhr bis 16:00 Uhr live auf ORF SPORT+. Alle Matches auf dem Center Court sind zudem wieder live auf ÖTV TV zu sehen, unter www.oetv.tv.
Zumindest ein Österreicher wird übrigens bereits fix im Doppelhalbfinale aufschlagen – durch den Erfolg von Maximilian Neuchrist am Dienstagabend. Der Wiener gewann, mit dem Rumänen Victor Vlad Cornea an Position vier gereiht, sein Auftaktspiel gegen den Deutschen Jannik Opitz und den in Deutschland geborenen Letten Robert Strombachs mit 6:4, 6:4 und trifft hiermit im Viertelfinale auf Timo Rosenkranz-König und Matthias Ujvary.
Die Tickets für die Turnierwoche sind an den oeticket-Vorverkaufsstellen, online unter http://www.oeticket.com/artist/noe-open oder während des Turniers vor Ort (Barzahlung) – solange der Vorrat reicht – erhältlich. Alle Informationen zu den NÖ Open powered by EVN finden Sie unter www.noeopen-tulln.at.