NÖ Open powered by EVN: Endstation Viertelfinale für Neumayer
Der letzte Österreicher im Einzelbewerb der NÖ Open powered by EVN (6. bis 13. September 2026) ist ausgeschieden: Lukas Neumayer (ATP 282) musste sich am Freitag im Viertelfinale dem Brasilianer Joao Lucas Reis da Silva (ATP 191) nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Match mit 6:7 (4), 4:6 geschlagen geben. Reis da Silva trifft nun im Halbfinale auf Alex Barrena (Argentinien), der Zdenek Kolár (Tschechien) in drei Sätzen bezwang. Das zweite Halbfinale bestreiten Mika Brunold (Schweiz) und Vitaliy Sachko (Ukraine).
Neumayer hielt gegen Reis da Silva von Beginn an gut dagegen und präsentierte sich bei eigenem Aufschlag solide. Im ersten Satz entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe, in der bis zum Tiebreak kein Spieler entscheidend davonziehen konnte, da es keine einzige Breakchance gab. Auch in der Kurzentscheidung blieb alles bis zum Stand von 4:4 offen, ehe das Momentum auf die Seite des Südamerikaners kippte und dieser den ersten Durchgang für sich verbuchen konnte.
Im zweiten Satz erwischte Neumayer zunächst den besseren Start und schaffte das frühe Break zum 3:1. Reis da Silva antwortete jedoch umgehend mit dem Rebreak und nahm dem Salzburger, Nummer fünf der Setzliste, unmittelbar danach erneut den Aufschlag ab. Neumayer musste fortan einem Rückstand nachlaufen, den der Brasilianer nicht mehr aus der Hand gab.
„Es war sicher ein richtig gutes Tennismatch, auch von mir. Aber ich muss sagen, dass er richtig gut gespielt und es mir mit seinen starken Returns extrem schwer gemacht hat. Dadurch war ich oft sehr schnell in der Defensive“, analysierte Neumayer. „Natürlich hätte ich mir ein bisschen mehr erhofft. Trotzdem hatte ich hier drei Matches, teilweise auf richtig gutem Niveau, und habe wieder Spielpraxis gesammelt. Darauf kann ich aufbauen und einiges für den Davis Cup mitnehmen.“
Der Brasilianer zeigte sich nach seinem Viertelfinalerfolg entsprechend zufrieden: „Ich habe mich heute sehr gut gefühlt, war aggressiv und gleichzeitig solide. Das Tiebreak war sehr eng, aber ich konnte es für mich entscheiden. Jetzt möchte ich den Moment genießen und morgen versuchen, wieder genauso gut zu spielen.“
Für den 24-jährigen Neumayer geht es nun zurück nach Salzburg, wo am Sonntag noch das Finale der ÖTV-Bundesliga auf dem Programm stehen könnte. Ab Montag richtet sich der volle Fokus auf das Davis-Cup-Duell mit Belgien am 18. und 19. September im WAC in Wien.
Barrena dreht Krimi gegen Kolár
Einen echten Viertelfinalkrimi lieferten sich der drittgesetzte Kolár (ATP 175) und der achtgereihte Barrena (ATP 235). Nach 2:46 Stunden setzte sich der Argentinier mit 6:7 (2), 7:5, 7:5 durch und sicherte sich damit das Ticket für das Halbfinale.
Dabei stand Kolár bereits unmittelbar vor dem Sieg. Beim Stand von 5:4 im dritten Satz erspielte sich der Tscheche beim Aufschlag des Südamerikaners vier Matchbälle, die jedoch ungenützt blieben. Daraufhin schaffte Barrena im darauffolgenden Game doch noch das vorentscheidende Break und jubelte über den am Ende nicht unverdienten Sieg.
„Es war ein richtig hartes Match. Ich habe sehr gut gespielt, aber auch er hat ein starkes Match gezeigt. Ich musste Matchbälle abwehren und bin natürlich unglaublich glücklich, dass ich die Partie noch drehen konnte. Jetzt liegt der Fokus aber schon auf morgen“, erklärte Barrena.
Im Semifinale erwartet ihn nun Neumayer-Bezwinger Reis da Silva. Für Barrena ist sein nächster Gegner kein Unbekannter: „Wir haben schon einige Male gegeneinander gespielt und unsere Matches waren immer eng. Ich erwarte wieder einen richtig guten Fight.“
Brunold hält an seiner „Road to Sunday“ fest
Brunold setzte seinen beeindruckenden Lauf bei den NÖ Open powered by EVN fort. Der Schweizer Qualifikant ließ dem als Nummer zwei gesetzten Brasilianer Gustavo Heide (ATP 128) auf dem Center Court beim 6:2, 6:1 keine Chance und zog mit einer Machtdemonstration in die Vorschlussrunde ein. Damit hielt der Weltranglisten-410. weiter an seiner persönlichen „Road to Sunday“ fest, die er bereits nach seinem ersten Qualifikationsmatch als Ziel ausgegeben hatte.
„Ich weiß, dass ich dieses Level spielen kann. Aber es ist etwas anderes, das auch auf den Platz zu bringen. Das Ergebnis war klar, trotzdem wusste ich, dass das Match jederzeit kippen kann. Deshalb wollte ich bei jedem Punkt fokussiert bleiben“, erklärte Brunold, der seinen Erfolg keineswegs als Überraschung sieht: „Ich habe schon nach der ersten Qualifikationsrunde gesagt, dass mein Ziel ist, am Sonntag abzureisen.“ Vor dem Halbfinale heißt es nun regenerieren – unter anderem bei einer Runde Billard mit seinem Trainer –, und anschließend wieder volle Konzentration auf die bevorstehende Partie am Samstag.
Sachko ringt Soto in 3 Sätzen nieder
Im Semifinale wartet Sachko auf Brunold. Der viertgesetzte Ukrainer (ATP 188) setzte sich in einem wechselhaften Viertelfinalspiel gegen den Chilenen Matías Soto (ATP 261) mit 6:3, 1:6, 6:2 durch. Nach gewonnenem ersten Satz geriet Sachko im zweiten Durchgang früh in Rückstand und konzentrierte sich darauf, Kräfte für die Entscheidung zu sparen. Im dritten Satz übernahm er wieder das Kommando.
„Der Beginn des dritten Satzes war schwierig, aber über den gesamten Satz hatte ich das Gefühl, dass ich das Spiel bestimme und in praktisch jedem Game meine Chancen bekomme. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich den dritten Satz gespielt habe“, erklärte Sachko. Vor dem Duell mit Brunold richtete auch er den Blick vor allem auf sich selbst: „Mika hat hier schon viele Matches gespielt und spielt offensichtlich sehr gut. Ich muss mich auf mein eigenes Spiel konzentrieren und mich bestmöglich vorbereiten.“
Neuchrist wirft Nummer-1-Doppel raus
Während das Finalwochenende in der Einzelkonkurrenz ohne österreichische Beteiligung über die Bühne geht, lebt im Doppel weiterhin die Chance auf einen rot-weiß-roten Coup. Denn Maximilian Neuchrist sorgte am Freitagabend gemeinsam mit Victor Vlad Cornea für das Ausscheiden des Nummer-eins-Teams. Der Wiener und der Rumäne, zusammen viertpositioniert, nahmen Daniel Cukierman (Israel) und David Poljak (Tschechien) nach einem packenden Duell mit 3:6, 7:6 (5) und 10:7 aus dem Titelrennen. Nach verlorenem ersten Satz kämpften sich Cornea und Neuchrist stark zurück, holten das Tiebreak des zweiten Abschnitts nach einem Zwischenstand von 3:5 doch noch auf ihre Seite – und behielten im entscheidenden Match Tiebreak trotz eines 1:5-, 3:6- und 6:7-Rückstands die Nerven.
Ebenfalls über drei Sätze musste das Nummer-zwei-Duo der Setzliste gehen: Milos Karol (Slowakei) und Andrew Paulson (Tschechien) drehten die Halbfinalpartie gegen Paulsons Landsleute Dominik Recek und Daniel Siniakov nach Satzrückstand und setzten sich mit 2:6, 7:6 (6), 10:8 durch. Karol/Paulson sind hiermit am Samstag im dritten Match nach 11:00 Uhr auf dem Center Court die Finalgegner von Cornea/Neuchrist. Den Spieltag eröffnen Sachko und Brunold, um nicht vor 13:30 Uhr spielen dann Reis da Silva und Barrena.
Der ORF überträgt am Freitag von 11:00 Uhr bis 13:45 Uhr live auf ORF SPORT+ sowie von 13:40 Uhr bis 15:35 Uhr live auf ORF 1. Alle Matches auf dem Center Court sind zudem wieder live auf ÖTV TV zu sehen, unter www.oetv.tv.
Die Tickets für die Turnierwoche sind an den oeticket-Vorverkaufsstellen, online unter http://www.oeticket.com/artist/noe-open oder während des Turniers vor Ort (Barzahlung) – solange der Vorrat reicht – erhältlich. Alle Informationen zu den NÖ Open powered by EVN finden Sie unter www.noeopen-tulln.at.