Niederösterreichischer Tennisverband
Verbands-Info Senioren

5-Satz-Partie mit Manfred Hundstorfer

Der 1963er-Jahrgang war Weltmeister in verschiedenen Altersklassen, dazu Nummer 1 der ITF-Weltrangliste. Als frisch gebackener NÖTV-Seniorenreferent will der Mödlinger noch mehr Spieler:innen seiner Generation zum Dranbleiben motivieren und auch neue Match- und Turnierformate diskutieren.
Verfasst von: Fritz Hutter, 14.09.2026

1. Nach Jahrzehnten an der Weltspitze im Seniorentennis hast du dich zuletzt entschlossen, das Ehrenamt des Seniorenreferenten im NÖTV zu übernehmen. Warum eigentlich?

Ich war ja fast zwanzig Jahre auch Funktionär am BMTC, habe dort die sportliche Leitung im Vorstand übergehabt und bin aber nun schon seit Jahren nicht mehr als Funktionär tätig. Im vergangenen Winter hat mich unser Generalsekretär Martin Florian dann davon überzeugt, die Nachfolge von Alois Posch antreten möchte und mir gleichzeitig vollen Support im administrativen Bereich zugesichert, wofür ich gleich einmal danke sagen möchte.

2. Was sind die Aufgaben des Seniorenreferenten und was möchtest du als ja sehr bekannter Spieler nun als Funktionär bewegen?

Zum einen werde ich in der Szene verstärkt versuchen, wieder mehr Spielerinnen und Spieler zur Teilnahme an Turnieren jeder Kategorie zu motivieren, weil ich bei den Nennungen etwa bei NÖTV-Landesmeisterschaften durchaus Luft nach oben sehe. Zum anderen möchte ich mithelfen, neue, vielleicht attraktivere Turnierformate zu entwickeln. Format, die etwa verhindern sollen, dass man vielleicht quer durchs Bundesland zu einem Turnier reist, dort sein Nenngeld zahlt und dann möglicherweise nach nur einer einzigen Partie wieder den Heimweg antreten muss. Das ist für einige ein echter „Ab-Turner“.

Abhilfe könnten da Neuerungen, wie das aus der Beachvolleyball World Tour kommende „Double K.O.“ schaffen, wo man nach der ersten Niederlage sozusagen eine zweite Chance bekommt, im Turnier zu bleiben. Oder das Fast4 Tennis mit kürzeren Sätzen bis vier, wie es auch auf professioneller Ebene z.B. bei den Next Generation ATP Finals praktiziert wird, könnte ebenfalls dafür sorgen, dass sich mehr als eine Partie pro Tag ausgeht. Aber Maßnahme wie diese müssen erprobt, diskutiert und im Idealfall dann möglichst breit angenommen werden. Nicht leicht in einem Sport, der natürlich auch von seiner Tradition lebt …

3. Wie ist der Status Quo im niederösterreichischen Senioren:innentennis an der Spitze, aber auch in der wichtigen Breite?

Also Nachwuchsprobleme haben wir ja eher nicht, in unserem Bereich kommen die „Talente“ naturgemäß ganz von selber nach (lacht)!

Was die ÖTV-Ranglisten betrifft, so sind wir in vielen Altersklassen vorne dabei, aber in wenigen ganz an der Spitze. eine Situation, die sich seit ein paar Jahren beim, aus meiner Sicht sehr attraktiven Bundesländercup widerspiegelt. Dort ist der letzte NÖTV-Titel schon ein paar Jahre her und zuletzt haben wir uns eher um Rang 3 als eben um den Gesamtsieg gematcht. Auch da möchte ich mithelfen, wieder in allen Klassen unsere Allerbesten ins gleichzeitig ins Team zu holen, um ein oder zwei Wochenenden zur Verfügung zu stehen.

Was die Breite betrifft, können sich die rund 12.500 lizenzierten NÖTV-Senior:innen österreichweit durchaus sehen lassen.

4. Bereits seit Längerem macht eine Studie die Runde, welche besagt, dass die Ausübung einer Racketsportart das Leben deutlich, ja bis zu zehn Jahren verlängert. Wie stehst Du zu dieser Theorie?

Naja, nachdem das ja schon einige Zeit derart breit kommuniziert wird, sollt diese Studie schon irgend einen seriösen Hintergrund haben. Was den sozialen Aspekt von Tennis und jenen dabei ja permanent geforderten kognitiven Fähigkeiten betrifft, bin ich überzeugt, dass beides in Sachen Longevity viele Vorteile bringt. Rein körperlich dagegen spüre zumindest ich die vielen Jahre am Platz durchaus. Kann also schon sein, dass ich durchs Tennis zwar älter werde, aber die nötigen Stop-and-Go-Bewegungen mir irgendwann gröbere Probleme machen. Für die Studie spricht jedenfalls das Beispiel meines Vaters, der sein Leben lang gespielt hat und 93 geworden ist. Und 93 ist übrigens auch die österreichische Daviscup-Legende Franz Hainka. Und der nimmt immer noch regelmäßig Trainerstunden bei mir. Beeindruckend!

5. Welche sportlichen Ziele hast du als ehemaliger Welt- und Europameister in verschiedenen Seniorenklassen selber noch im Visier?

Ganz ehrlich: Da ich eben schon einiges erreichen durfte, gibt es nicht wirklich ein Turnier, das ich unbedingt noch einmal spielen oder gewinnen muss. Aktuell geht es mir hauptsächlich darum, meine vor dem Sommer aufgetretenen Rückenbeschwerden schnellstmöglich in den Griff zu bekommen und auch sonst möglichst gesund und fit zu sein und zu bleiben. Und wenn das gelingt, werde ich sicher wieder selber ins Turniergeschehen eingreifen, weil Freude bereitet mir der Tennissport immer noch enorm!

Interview: www.fritzhutter.com

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