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Verbands-Info

5-Satz-Partie mit Petra Schwarz

Als Profi erreichte sie Platz 52 der Weltrangliste und unter anderem 1994 das Viertelfinale von Roland-Garros. Heute organisiert die 49-Jährige hauptberuflich nationale und internationale Sportveranstaltungen wie die Triathlon-Challenge in St.Pölten. Seit März 2019 ist sie Präsidentin des NÖTV.

1. Wie ist es gekommen, dass Du Präsidentin des Niederösterreichischen Tennisverbands geworden bist?

Nachdem ich lang weg vom Tennis war, hat mich eines Tages die damalige Sportlandesrätin Petra Bohuslav, selbst eine begeisterte Tennisspielerin, gefragt, ob ich mir vorstellen könne, die Nachfolge des langjährigen Präsidenten Franz Wiedersich anzutreten. Nach der ersten Überraschung, habe ich als einst klassisches „Verbandskind“, das zunächst beim WTV, dann beim ÖTV viel Unterstützung erfahren hat, die Chance gesehen, dem Sport etwas zurückgeben zu können. Ich bekam die Möglichkeit, mir das ganze ein Jahr lang als Vizepräsidentin anzuschauen und Christian Kohl als Jugendreferent zu installieren. Weil ich auf diese Art neuen Input mitbringen, und durch den Verbleib von Franz als Vizepräsident und Walter Deussner als Kassier bewährtes Know-How im NÖTV halten konnte, habe ich die Wahl im Frühjahr 2019 dann angenommen.

 

2. Was siehst Du als Deine zentrale Aufgaben?

Natürlich ist mir die Jugend ein großes Anliegen! So ist es im Nachwuchsbereich gelungen, einiges zu optimieren – zum Beispiel die Fördermittel transparenter und direkter zu verteilen. Außerdem konnten wir unsere regionalen  Nachwuchsleistungszentren weiter stärken, was bei Niederösterreichs Größe wichtig ist, um möglichst viele Talente zu erreichen. Aber selbstverständlich ist der größte Teil unserer Mitglieder im Hobby- und Amateurbereich aktiv und deshalb legen wir seit Beginn meines zweiten Jahr den Fokus verstärkt auch auf den Breitensport. Dort wollen wir neben den bekannten Serviceleistungen etwa in Sachen Meisterschaftsorganisation oder Mitglieder- und Vereins-Benefits wie den Einkaufsvorteilen bei unseren Partnern  noch mehr anbieten. Zum Beispiel den Team-Cup, ein neues, zusätzliches Format, welches als Ergänzung zur bewährten Mannschaftsmeisterschaft mit gemischten Teams ausgetragen werden soll. Der Start hat sich leider, wie so vieles, wegen Corona verzögert.

Und selbstverständlich ist mir das Damentennis ein großes Anliegen, welches unter anderem mit dem bereits sehr erfolgreichen Girls-Projekt vorangetrieben werden soll. Insgesamt will ich den Tennissport noch mehr Frauen und Mädchen schmackhaft machen!

 

3. Ist es schwerer oder einfacher als Du es Dir vorgestellt hast, im Amt der NÖTV-Präsidentin erfolgreich zu sein?

In Anbetracht der Pandemie bedingten Umstände und dass vieles auch von den finanziellen Mitteln, die auch und speziell in Zeiten wie diesen nicht gerade auf der Straße liegen, haben wir doch einiges auf den Boden bringen können. Aber man muss sich immer nach der Decke strecken und aus den vorhandenen Möglichkeiten das Maximum herausholen. Und parallel dazu wollen wir natürlich das Niveau der erwähnten „Decke“ permanent anheben.

 

4. Als Profi warst Du Einzelsportlerin, als Landesverbandspräsidentin betonst Du das „Wir“. Wie zufrieden bist du mit dem Teamwork im niederösterreichischen Tennis?

Grundsätzlich sehr! Weil man alleine nicht alles überblicken kann, ist etwa unsere Kreis-Struktur mit vielen Persönlichkeiten, die dem Landesverband als regional gut vernetzte Aktivposten wertvolles Feedback liefern, gut und wichtig. Und sehr wichtig sind dazu selbstverständlich unsere Partner! An erster Stelle steht da das Sportland Niederösterreich, welches den NÖTV in so vielem unterstützt und fördert. Ohne diesen Support wäre vieles – ob es nun der neue Nachwuchsstützpunkt in St. Pölten oder das Kids-Projekt ist – einfach nicht möglich  

 

5. Du hast 1997 Deine Profikarriere beendet. Warum eigentlich, und was bringen Dir die Erfahrungen von damals heute?

Aufgehört habe ich, weil die ältere unserer beiden Töchter unterwegs war, und gelernt habe ich in meiner aktiven Laufbahn extrem viel, und zwar fürs ganze Leben. Zum Beispiel, wie man kontinuierlich auf ein klares Ziel hinarbeitet, selbst wenn sich einem Hindernisse entgegenstellen. Ich habe früh erkannt, dass es nie immer nur bergauf geht, man aber die meisten Hürden überwinden kann, wenn man konsequent und fleißig bleibt und dabei immer sein Herz „auf dem Platz“ lässt. Dieses konsequente Dranbleiben an einer Sache ist übrigens eine Eigenschaft, die ich aktuell bei nicht wenigen Jugendlichen vermisse. Der Weg des geringsten Widerstands scheint mir heute durchaus ein gesellschaftliches Phänomen zu sein.

 

Was steht noch auf Deiner To-Do-List?

Schwierig, da nur eine Sache herauszupicken! Fix ist aber zum Beispiel, dass ich gerne noch mehrere unserer talentierten niederösterreichischen Jugendlichen dabei unterstützen möchte, ihr Potenzial voll auszuschöpfen und den Übergang in den Spitzensport zu schaffen. Aber es ist mir auch wichtig, möglichst allen Kindern, die wir fördern zu vermitteln, dass es sich lohnt, dem Tennis ein Leben lang verbunden zu bleiben – egal in welcher Funktion! 

 

Interview: Fritz Hutter (www.fritzhutter.com)

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