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November 2022
5-Satz-Partie mit Martin Florian

Bis er 2008 die Agenden des NÖTV-Generalsekretärs übernommen hat, war der heute 56-jährige als Lehrer für Sport und Geografie tätig. Sportlich schaffte es der Mostviertler einst bis in die +45-Bundesliga.

1. Was ist die Kernaufgabe des NÖTV-Generalsekretärs?

Im Grunde ist der Job als Kommunikationsdrehscheibe zwischen unseren Mitgliedsvereinen mit ihren Spielerinnen und Spielern, dem NÖTV und dem ÖTV angelegt. Unter vielem anderen übermittle ich Vorschläge der Clubs weiter an die zuständigen Stellen im Verband zur möglichen Umsetzung beziehungsweise trage umgekehrt etwa bundes- und landesweit nötige Maßnahmen an die Basis heran. In beide Richtungen ist es ab und an nötig zu filtern, damit es nicht zu persönlich oder regional zu kleinteilig wird.

 

2. Auch aus diesem Teil des Jobs fallen ja jede Menge Daten an. Bitte gib’ uns doch ein paar Zahlen zum niederösterreichischen Tennis.

Gerne! Aktuell hält der NÖTV bei 450 Mitgliedsvereinen, von denen 440 an der Mannschaftsmeisterschaft teilnehmen. Rund 18.000 Spielerinnen und Spieler sind dort aktiv – was uns diesbezüglich zum größten Landesverband macht –, gut 5000 davon sind Jugendliche unter 18. In Niederösterreich wird heute auf 1781 Plätzen, darunter 234 indoor, Tennis gespielt und über unser Onlinesystem werden insgesamt 293 Turniere für alle Altersklassen abgewickelt. Pro Jahr bildet das NÖTV-Lehrreferat zudem rund 50 Übungsleiterinnen und -leiter aus.

 

3. Was ist die meistgestellte Frage, die aus den Kreisen und Vereinen an Dich herangetragen wird?

Am eindeutig öftesten werde ich bezüglich der Mannschaftsmeisterschaft kontaktiert. Und obwohl diese ja in den jeweils aktualisierten und veröffentlichten Durchführungsbestimmungen klar geregelt ist, beantworte ich diese Fragen sehr gerne, weil sie zeigen, wie interessiert und emotional engagiert unsere Mitglieder bei der Sache sind. 

 

4. Nach zwei von Corona massiv beeinflussten Saisonen mit Lockdowns etc. sind die Hallenbetreiber nun in einen weiteren speziellen Winter mit enorm hohen Energiekosten gestartet. Wie ist die Stimmung diesbezüglich in Niederösterreich?

Erfreulicherweise gar nicht so schlecht. Speziell eben auch durch Covid sind bereits viele Vereine und Betreiberfirmen deutlich energieeffizienter aufgestellt. Vielfach wurden beispielsweise LED-Beleuchtungen und Photovoltaik-Anlagen installiert, was nun vielen durchaus hilft, über die Runden zu kommen. Aber trotz verschiedenster Maßnahmen ist die Lage besonders für viele Traglufthallenbetreiber sehr schwierig. Ohne Hilfsprogramme wird es da sehr bald eng…    

 

5. Zusätzlich zu Deinem Job als NÖTV-Generalsekretär und -Lehrreferent bist Du als Trainer erfolgreich und selbst ein sehr guter Spieler. Wieviel Zeit bleibt da, um ganz privat Spaß am Tennisplatz zu haben?

Nicht allzu viel. Zurzeit gibt es wirklich sehr viele am aktiven Tennis interessierte Menschen, aber gleichzeitig zu wenig Trainerinnen und Trainer, und deshalb stehe auch ich sehr viel am Platz. Aber ein-, zweimal pro Woche komme ich schon noch dazu, mit Freunden selbst zu spielen. 

 

Zum Finale, wie üblich in unserer Interview-Reihe, auch an Dich noch die Frage: Was steht ganz oben auf Deiner To-Do-Liste im Dienste des blau-gelben Tennissports? 

Neben einigem anderen möchte ich vor allem die Vereinheitlichung und Vereinfachung des Reglements vorantreiben! Für den Meisterschaftsbetrieb, wo zum Beispiel die Terminplanung oder Details wie der Austragungsmodus des dritten Satzes unterschiedlich gehalten werden, und für Turniere. Außerdem liegt mir eine künftig unkompliziertere Kommunikation von möglichst einheitlichen Antworten auf Fragen wie „Wie werde ich überhaupt Vereinsmitglied?“ oder „Welche Jugendförderungen gibt es?“ am Herzen.

Mein Idealvorstellung ist es, dass jede und jeder am Tennissport Interessierte, genau weiß, nach welchen Regeln in Niederösterreich gespielt wird, und welche Möglichkeiten es seitens des Verbands, aber eben auch in den einzelnen Kreisen gibt.

Interview: Fritz Hutter (www.fritzhutter.com)

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