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5-Satz-Partie mit Christian Kohl

Im Brotberuf Tennis- und Fitnesstrainer, zeichnet der Mitvierziger zudem als Eventmanager für den Niederösterreichischen Frauenlauf verantwortlich. Sportlich ist der einstige Coach von Andi Haider-Maurer für den UTC Stockerau aktiv. Seit 2019 wirkt der Großweikersdorfer als NÖTV-Jugendwart.

1. Was war Deine Hauptmotivation, die Funktion des NÖTV-Jugendwarts zu übernehmen?

Nachdem mich unsere Präsidentin vor ihrem eigenen Amtsantritt wissen ließ, dass sie mich gerne in ihrem Team hätte, habe ich die Chance gesehen, etwas bewegen zu können, das mir schon immer wichtig war: Mehr niederösterreichische Kinder zum Tennis zu holen und mitzuhelfen, dass diese unserem Sport auch langfristig erhalten bleiben! Und nicht zuletzt hat mich damals auch meine Frau Uschi bestärkt und gemeint, da kannst etwas bewirken.

 

2. Wo liegt Deine Schwerpunkte?

Als ideal sehen wir eine Gewichtung unseres Engagements von 60:40 zugunsten des Breitensports gegenüber dem Leistungssport an. Gerade bei Letzterem haben wir in verhältnismäßig kurzer Zeit doch einiges weitergebracht. Man denke etwa an die ermöglichte Kombination von Leistungszentrum und Schule in St. Pölten oder ein durchgängiges Nachwuchsfördersystem für Kinder von 8 Jahren aufwärts. Aber selbstverständlich ist auch dort noch einiges zu tun. Der nächste große Schritt muss es aber eben sein, noch mehr Kinder zu unseren Vereinen zu bringen.

 

3. Warum ist Tennis auch und gerade für Kinder ein großartiger Sport?

Die Benefits liegen auf der Hand! Sämtliche motorischen Grundeigenschaften werden gefördert und es ist lebenslang zu betreiben. Zudem lernen Kinder beim Tennis, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu übernehmen, mit den Konsequenzen ihres Agierens, aber eben auch mit Emotionen umzugehen. Dazu ist Tennis, speziell in Trainingsgruppen oder in der Mannschaftsmeisterschaft ausgeübt, eine Disziplin, die durchaus auch den Teamgeist stärkt. Und, last but not least, liefert insbesondere das spielerische Element in einer Ballsportart jede Menge Spaß!

 

4. Was sind die Deiner Meinung nach wichtigsten Punkte, die ein Verein beherzigen sollte, um wirklich gute Jugendarbeit zu machen?

Zu allererst sollten die Klubs die Kinder dort abholen, wo diese fix sind – sprich, unbedingt Kooperationen mit den Schulen eingehen! Dazu wäre ein möglichst breites, ganzjähriges und lückenloses Angebot zu schnüren, vom wöchentlichen Training und geblockten Wochencamps in den Ferien bis hin zur Organisation von vereinsinternen Wettkämpfen, aber auch überregionalen Turnieren und der Teilnahme an der Mannschaftsmeisterschaft in den jeweiligen Altersklassen.

 

5. Du warst als Trainer u.a. mit Niederösterreichs einstigem Top-50-Spieler Andi Haider-Maurer erfolgreich. Welche Eigenschaften sind nötig, um überhaupt eine Chance zu haben, im Leistungsbereich Fuß zu fassen?

Natürlich braucht es unbestreitbar ein überdurchschnittlich ausgeprägte physische und koordinative Fähigkeiten. Aber aus meiner Sicht sind von Beginn an die drei „Ks“ am wichtigsten: konzentriert, kämpferisch und kontinuierlich! Also in jeder Einheit, in jedem Trainingsspiel, in jedem Trainingssatz voll fokussiert bei der Sache sein und das, möglichst ohne sich jemals hängen zu lassen. Wenn man das beherzigt, passiert eine permanente Verbesserung von selbst.

Für welches Level das dann aber reicht, ist natürlich noch vielen weiteren Faktoren abhängig. Unter anderem von einem familiären Umfeld, welches Geduld und Zuversicht ausstrahlt, und nicht immer sofort alles in Frage stellt, wenn es zwischendurch einmal nur langsamer vorangeht. Und selbstverständlich bedeutet es einen erheblichen finanziellen Aufwand, wenn man so weit kommen will eben ein Andi Haider-Maurer. Das kann ein Landesverband natürlich nicht stemmen – eine gesunde Basis für den Einstieg legen allerdings schon.

 

Was steht auf Deiner To-Do-List, was möchtest Du als Jugendwart unbedingt noch erreichen?

Tatsächlich will ich zum Beispiel schon in absehbarer Zeit mit allen Stakeholdern einen sehr praxisorientierten Leitfaden dafür gestalten, wie man künftig noch mehr Kinder auf Niederösterreichs Tennisplätze bringen kann. Und flankierend dazu möchte ich etwas in Richtung einer eigenen Kinder-Coaches-Ausbildung bewegen.

 

Interview: Fritz Hutter (www.fritzhutter.com)

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